Das pim als Single point of truth

Datenintelligenz in der Licht- und Leuchtenbranche

12.08.2026, Autor*in: Petra Seifert, myview systems GmbH

Wie intelligente Produktdaten über Sichtbarkeit, Planung und Vertrieb von Leuchten entscheiden.

Ob in der Lichtplanung, im Elektrogroßhandel oder in digitalen Anwendungen: Die Anforderungen an Produktinformationen in der Licht- und Leuchtenbranche steigen kontinuierlich.

Dabei geht es längst nicht mehr nur darum, technische Daten effizient zu verwalten. Entscheidend ist, wie Hersteller ihre Produktinformationen nutzen, um in Planungsprozessen sichtbar zu werden, unterschiedliche Vertriebskanäle zu bedienen und neue digitale Möglichkeiten zu erschließen.

Produktdaten entwickeln sich damit von einer operativen Notwendigkeit zu einem strategischen Erfolgsfaktor.

Der Workflow

Eine Datenbasis. Viele Möglichkeiten.

Leuchten sind technisch komplexe Produkte. Unterschiedliche Komponenten, Leistungsmerkmale, Varianten und Konfigurationsmöglichkeiten stellen hohe Anforderungen an die Verwaltung und Bereitstellung von Produktinformationen.

Gleichzeitig werden diese Daten an ganz unterschiedlichen Stellen benötigt: im Elektrogroßhandel, in der professionellen Lichtplanung, in digitalen Produktkonfiguratoren und zunehmend auch in automatisierten und KI-gestützten Anwendungen.

Die Grundlage dafür bildet eine zentrale, verlässliche Datenbasis – ein "Single Point of Truth", aus dem die unterschiedlichen Systeme und Anwendungen mit den jeweils benötigten Informationen versorgt werden.

 

Von der Produktentwicklung über die Lichtplanung bis zum Elektrogroßhandel und zu KI-gestützten Anwendungen: Strukturierte Produktdaten verbinden die Prozesse und Akteure der Lichtbranche.

Doch der eigentliche Wert intelligenter Produktdaten entsteht erst durch ihre Nutzung. Dabei lassen sich drei Entwicklungsstufen unterscheiden.

1 — das fundament

Komplexität beherrschen und die Grundlage für effiziente Prozesse und digitale Vertriebskanäle schaffen.

Variantenvielfalt sicher beherrschen

Leuchten bestehen häufig aus zahlreichen kombinierbaren Komponenten: Gehäusen, Treibern, LEDs, Optiken und weiteren technischen Eigenschaften. Die daraus entstehende Variantenvielfalt muss nicht nur verwaltet, sondern auch technisch korrekt abgebildet werden.

Definierte Produktlogiken und Regeln helfen dabei, unzulässige Kombinationen auszuschließen und konsistente Produktinformationen bereitzustellen. Das reduziert Fehler und schafft Sicherheit in Konfiguration und Bestellung.

Produktdaten für den Elektrogroßhandel bereitstellen

Für Leuchtenhersteller ist die zuverlässige Bereitstellung von Produktinformationen an den Elektrogroßhandel ein entscheidender Bestandteil ihrer Vertriebsprozesse.

Branchenspezifische Standards und Austauschformate wie ETIM und BMEcat ermöglichen eine strukturierte Datenübergabe. Werden die erforderlichen Informationen zentral gepflegt und passend aufbereitet, lassen sich neue Produkte und Sortimentsänderungen effizienter an Handelspartner übermitteln.

Datenpflege und Prozesse effizient gestalten

Technische Datenblätter, Produktkataloge, Webseiten und weitere Vertriebskanäle benötigen häufig dieselben Informationen – allerdings in unterschiedlichen Formaten und Zusammenstellungen.

Eine zentrale Datenbasis vermeidet redundante Pflegeprozesse und ermöglicht die automatisierte Bereitstellung der jeweils benötigten Informationen.

So entsteht nicht nur mehr Effizienz. Es wird auch die Voraussetzung geschaffen, Produktdaten über die klassischen Anwendungen hinaus zu nutzen.

"Wer nicht in der Planungssoftware des Architekten oder des Lichtplaners stattfindet, wird nicht verbaut."

2 — Die Platzierung im Planungsprozess

Dort sichtbar werden, wo Produkte ausgewählt und Entscheidungen getroffen werden.

In der Lichtbranche beginnt die Produktauswahl häufig lange vor der eigentlichen Bestellung.

Lichtplaner und Architekten arbeiten mit spezialisierten Planungssystemen, in denen technische Eigenschaften, Lichtverteilungen und weitere Produktinformationen eine zentrale Rolle spielen. Wer mit seinen Produkten in diesen digitalen Planungsprozessen präsent ist, verbessert seine Chancen, frühzeitig berücksichtigt zu werden.

Produkte direkt in der Lichtplanung verfügbar machen

Planungssysteme wie DIALux und Relux ermöglichen es, konkrete Leuchten in Lichtberechnungen und Projekte einzubinden.

Werden die dafür benötigten Produktdaten in geeigneter Qualität und Struktur bereitgestellt, können Hersteller ihre Produkte direkt in diesen Planungsumgebungen verfügbar machen.

Ist eine Leuchte bereits Bestandteil einer Planung, kann dies auch die spätere Produktauswahl beeinflussen. Denn ein Wechsel zu einem anderen Produkt bedeutet häufig zusätzlichen Prüfungs- und Planungsaufwand.

BIM als Zugang zu digitalen Bauprozessen

Building Information Modeling (BIM) gewinnt bei der Planung und Umsetzung von Bauprojekten zunehmend an Bedeutung.

Für Leuchtenhersteller entstehen daraus zusätzliche Anforderungen an die Bereitstellung strukturierter Produktinformationen und digitaler Produktmodelle.

Wer diese Anforderungen erfüllt, erleichtert die Integration seiner Produkte in digitale Planungsprozesse und verbessert seine Voraussetzungen für die Teilnahme an entsprechenden Projekten und Ausschreibungen.

Komplexe Produkte digital konfigurierbar machen

Gerade bei Lichtbändern, Industrieleuchten und anderen variantenreichen Produkten ist die Auswahl der passenden Konfiguration anspruchsvoll.

Digitale Produktkonfiguratoren können Kunden, Planer und den Außendienst dabei unterstützen, geeignete Lösungen selbstständig zusammenzustellen.

Die dahinterliegenden Produktlogiken und technischen Regeln sorgen dafür, dass nur zulässige Kombinationen entstehen.

Das entlastet den technischen Vertrieb und macht komplexe Produkte einfacher zugänglich.

"Für Hersteller wird damit entscheidend, wie gut ihre Produktinformationen von unterschiedlichen Systemen verstanden und verarbeitet werden können"

3 — Die Vision

Wenn Produktdaten zur Grundlage neuer digitaler Services und intelligenter Anwendungen werden.

Mit der zunehmenden Digitalisierung verändern sich nicht nur die Prozesse innerhalb der Unternehmen. Auch die Art, wie Produkte geplant, ausgewählt und eingesetzt werden, entwickelt sich weiter.

Automatisierte Planungssysteme, KI-gestützte Anwendungen und digitale Plattformen eröffnen neue Möglichkeiten.

Automatisierte Lichtplanung und KI

Anwendungen wie der Relux Automizer zeigen, wie sich einzelne Schritte der Lichtplanung automatisieren lassen.

Standardisierte Produktdaten, beispielsweise im GLDF-Format, schaffen wichtige Voraussetzungen dafür, dass Leuchten in solchen Anwendungen berücksichtigt und verarbeitet werden können.

Mit der Weiterentwicklung KI-gestützter Systeme gewinnt die Qualität maschinenlesbarer Produktinformationen zusätzlich an Bedeutung.

Denn nur Informationen, die strukturiert, eindeutig und verlässlich vorliegen, können von digitalen Anwendungen sinnvoll genutzt werden.

Integration in digitale Ökosysteme

Auch die Vertriebs- und Beschaffungsprozesse der Branche verändern sich.

Digitale Plattformen und Anwendungen wie Lumxpert oder die Systeme des Elektrogroßhandels verbinden Produktinformationen zunehmend direkt mit den Arbeitsabläufen von Planern, Installateuren und Handelspartnern.

Für Hersteller entsteht daraus die Möglichkeit, ihre Produkte genau dort verfügbar zu machen, wo sie benötigt, ausgewählt und bestellt werden.

Voraussetzung ist eine Datenbasis, die unterschiedliche Systeme zuverlässig und bedarfsgerecht versorgen kann.

Neue Services auf Basis intelligenter Produktdaten

Strukturierte Produktinformationen ermöglichen weit mehr als die Bereitstellung technischer Datenblätter.

Automatisch generierte Ausschreibungstexte, intelligente Produktempfehlungen oder KI-gestützte Beratungsangebote können Planer und Kunden bei ihrer täglichen Arbeit unterstützen.

Für Hersteller eröffnen sich damit neue Möglichkeiten, digitale Services anzubieten und die Zusammenarbeit mit ihren Zielgruppen weiterzuentwickeln.

Produktdaten für zukünftige Anforderungen vorbereiten

Neben neuen digitalen Anwendungen gewinnen auch Anforderungen an Nachhaltigkeit, Transparenz und die Dokumentation von Produkteigenschaften an Bedeutung.

Der digitale Produktpass ist ein Beispiel dafür, wie sich regulatorische Anforderungen an strukturierte Produktinformationen weiterentwickeln. Welche konkreten Pflichten gelten, hängt von den jeweiligen Produktgruppen und den entsprechenden EU-Vorgaben ab.

Unternehmen, die ihre Produktinformationen bereits heute zentral und strukturiert verwalten, schaffen gute Voraussetzungen, um auf solche Entwicklungen reagieren zu können.

Datenqualität als Grundlage für die gesamte Wertschöpfung

Ob Produktkonfiguration, Elektrogroßhandel, Lichtplanung oder KI-gestützte Anwendungen: 
Alle drei Entwicklungsstufen haben eine gemeinsame Voraussetzung.

Produktinformationen müssen strukturiert, konsistent und für unterschiedliche Anforderungen nutzbar sein.

Ein PIM-System bildet dafür die zentrale Grundlage. Es verbindet Produktdaten, technische Regeln und Pflegeprozesse und ermöglicht ihre bedarfsgerechte Bereitstellung für unterschiedliche Anwendungen.

Der entscheidende Mehrwert liegt dabei nicht allein in effizienteren Abläufen oder geringeren Pflegeaufwänden.

Er entsteht vor allem dadurch, dass Unternehmen ihre vorhandenen Produktinformationen immer wieder für neue Anforderungen, Vertriebskanäle und digitale Geschäftsmodelle nutzen können.

Das Fazit

Produktdaten werden zum strategischen Erfolgsfaktor

Die Digitalisierung der Licht- und Leuchtenbranche verändert die Anforderungen an Produktinformationen grundlegend.

Wo früher die effiziente Verwaltung und Bereitstellung technischer Daten im Vordergrund stand, entstehen heute immer neue Einsatzmöglichkeiten: in digitalen Planungsprozessen, vernetzten Vertriebskanälen und intelligenten Anwendungen.

Für Leuchtenhersteller entscheidet sich der Wert ihrer Produktinformationen deshalb zunehmend daran, wie vielseitig und intelligent sie genutzt werden können.

Wer seine Produktdaten heute strukturiert und vernetzt, schafft nicht nur effizientere Prozesse, sondern auch die Grundlage für zukünftige Entwicklungen in einer zunehmend digitalisierten Branche.